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Junges, energiegeladenes Ensemble
Wie Zwei- und Dreijährige erste Theatererfahrungen sammeln Wildes Geschrei, gemischt mit den Klängen eines Tamburins tönt über den Flur der Kita Kleine Löwen. Im großen Bewegungsraum sind gerade 8 Knirpse zwischen 2 und 3 Jahren dabei den Unterschied von laut und leise und von schnell und langsam mit vollem Körpereinsatz zu erproben. Sie schleichen gemeinsam mit der Regisseurin und Theaterpädagogin Anna Terstiege wie Löwen durch den Raum und stampfen wie ein Nilpferd. Sie wissen nicht, dass sie damit bundesweit Neuland betreten. Denn im Projekt Spielwiese, initiiert von der concept maternel gGmbH, spielen Kinder unter drei erstmals selbst Theater. Premiere ist am 10. Mai im Theater Freiburg.
Anhand kleiner Geschichten versucht die Theaterpädagogin die Kinder in die Welt des Imaginären zu entführen. Dabei bestimmen nicht selten die Kinder den Weg. Mit größter Konzentration werden hier fiktive Maschinen gebaut, untermalt von rhythmischen Versen oder die Kinder fliegen als Vögel durch die Luft, in jeder Hand ein Gazettuch schwingend. "Man muss Kindern nicht das Spielen bei bringen", so Anna Terstiege. "Das spannende sei aber unter anderem das Zusammenführen der Gruppe in den Spielprozessen um sich auch als Gruppe wahrzunehmen", so Terstiege weiter. "Ein junges, energiegeladenes Ensemble" titelte auch die Badische Zeitung. Und tatsächlich: 30 Minuten lang sind die Kinder voll dabei und erleben die faszinierende Theaterwelt gemeinsam und mit einer nahezu unglaublichen Achtsamkeit und Konzentration.
In dem Pilotprojekt des Programms "Kunst-Stück", das die Robert Bosch Stiftung zwei Jahre fördert, entdecken die Kleinsten die Welt des Theaters. Was in den europäischen Nachbarländern schon gängige Praxis ist, steckt hierzulande noch in den sprichwörtlichen Kinderschuhen. Zum Konzept von concept maternel und dem Theater Freiburg gehören regelmäßige Besuche der Theaterpädagogin und die Zusammenarbeit mit den ErzieherInnen: Ob im Rollenspiel, beim Singen, auf Phantasiereisen oder mit Stockpuppen – die Verankerung der Theaterarbeit in Kindertagesstätten ermöglicht einen individuellen und kreativen Zugang zu Kleinstkindern, unterstützt sie in ihrer emotionalen Entwicklung und wirkt sich äußerst positiv auf die Gruppendynamik aus . „Für eine optimale Begleitung der Kinder ist es aber wichtig, dass die Erzieherinnen sich auch auf das Phänomen Theater einlassen,“ so Gisela Weidemann, pädagogische Leitung der concept maternel gGmbH, „deshalb schulen wir alle Beteiligten regelmäßig.“ Seit Oktober 2008 begleitet die Pädagogischen Hochschule Freiburg das Projekt. Quelle: Magazin der Robert Bosch Stiftung, 3. Jahrgang, Mai 2009 "Was kann Kultur?"
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