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Was tun, wenn die Kinder Ferien haben, Kitas und Schulen geschlossen sind, die Eltern aber arbeiten müssen? Vor diesem Problem standen auch einige Mitarbeiter von Pfizer Freiburg – und trafen mit der Bitte um Abhilfe bei ihren Vorgesetzten auf offene Ohren. In einem Pilotprojekt mit dem Betreuungsdienstleister Concept Maternel bietet das Pharmaunternehmen seinen Angestellten in diesem Jahr erstmals ein Kinderferienprogramm auf dem Firmengelände.
"Es gibt zwar genügend andere Kitaplätze in Freiburg, aber es ist viel entspannter, die beiden morgens mit zur Arbeit zu bringen", erzählt Tanja Marxen, die ihre zwei Kinder in dem Programm untergebracht hat, das sie selbst mit angestoßen hat. Am Rande des Werksgeländes in Freiburgs Industriegebiet Nord liegt das Bürogebäude, das früher für Schulungen diente und kurzerhand zur Teilzeit-Kita umgestaltet wurde. 16 Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren haben die vergangenen zwei Wochen an dem Programm teilgenommen, das in den Herbstferien für eine weitere Woche fortgesetzt wird. "Bisher haben wir nur positive Rückmeldungen bekommen", sagt Personalleiterin Regina Hauser, "und wenn die Nachfrage da ist, bieten wir das Programm auch nächstes Jahr wieder an."
Den Pfizer-Nachwuchs bei Laune zu halten, ist die Aufgabe der Erzieherinnen und Erzieher von Concept Maternel. Rund 160 Betreuungsplätze bietet das mit 66 Mitarbeitern größte Freiburger Unternehmen dieser Art im Stadtgebiet an. Ein Drittel der Plätze haben Firmen und verschiedene Institutionen für ihre Mitarbeiter reserviert, wie die Gründerin des Unternehmens Gisela Weidemann mitteilt. Firmeneigene Ferienprogramme oder Kitas sind dagegen selten in Freiburg: "Es bedarf schon einer kritischen Masse von Angestellten, damit sich so eine Einrichtung lohnt", sagt Weidemann. Ob aus dem Pfizer-Ferienprogramm dauerhaft eine Kita wird, ist eher ungewiss: "Bei einer Umfrage unter den Mitarbeitern hat sich gezeigt, dass die Eltern ihre Kinder lieber in einem gemischten sozialen Umfeld unterbringen wollen", sagt Regina Hauser.
80 Euro pro Kind und Woche zahlen die Eltern für das Betreuungsprogramm ihrer Sprösslinge, das auf den Namen "Pfifficus" getauft wurde. Das decke die Kosten für das Engagement für Concept Maternel. Pfizer stellt die Räume und das Essen in der Kantine. Aber wie hält man eine Bande von 16 Kindern bei der Stange, zumal in den Sommerferien? "Wir haben eine Zirkusnummer geprobt und am Ende gab es den großen Auftritt vor den Eltern", erzählt die 28-jährige Alice Hermle. Sie studiert Erziehungswissenschaften und jobbt nebenbei bei Concept Maternel. "Ansonsten wollten wir den Kindern auch ihren Freiraum geben. Sie haben schließlich Ferien und sollen sich nicht wie in der Schule fühlen."
Quelle: Badische Zeitung, 16.08.2010, von Martin Küper
Fotos der Ferienbetreuung finden Sie in der Galerie.
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