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Auf Wichtelsohlen mit Tomte Tummetott Drucken E-Mail
Presseberichte über unsere Arbeit

Ideen fürs szenische Spiel mit Kindern unter drei

Ein Bilderbuch wie „Tomte Tummetott“ von Astrid Lindgren kann eine Schatzgrube für verschiedenste Spielanreize sein. Tauchen Sie mit den Kindern ein in eine fantastische Geschichte und lassen Sie sich von stimmungsvollen Bildern inspirieren.

Von: Claudia Fröhlich, Dipl. Sozialpädagogin und Erzieherin, Ausbildung an der Schule für Tanz, Clown und Theater in Hannover, Einrichtungsleiterin bei der concept maternel gGmbH

Sehnen Sie und die Kinder sich an langen Wintertagen nach einem Wichtel, der Ihnen die Verheißung auf den Frühling und den Sommer zuraunt? Dann laden Sie Tomte Tummetott auf einen gemeinsamen Zeitvertreib bis zum Frühling ein und bieten Sie damit den Kindern Impulse zum szenischen Spiel.
Auch andere Bilderbücher bieten neben dem wohlbekannten „Erzählanlass“ viele bisher vielleicht noch weniger erprobte Spielanlässe. Überlegen Sie, welche Geschichten und Bilder die Kinder besonders faszinieren und hauchen Sie einzelnen Elementen mit diesen Ideen Leben ein. Dabei geht es um die Anregung, durch bekannte Themen sinnliches Erleben in den Vordergrund zu stellen, Freude am eigenen Ausdruck zu leben und verschiedene Formen der Kommunikation auszuprobieren. Wichtig ist, dass Sie die Geschichte und den Handlungsstrang gut kennen. Für alle Geschichten, die Sie bei dieser Spielform zu Grunde legen, gilt: Wiederholen Sie sie mehrere Male, um daran anschließend mit den Kindern im Spiel anzuknüpfen.

Zu Gast bei Tomte
Benötigte Materialien:

  • Zupfinstrument (z. B. Sansula Kalimba oder Gitarre)
  • Wichtelfigur (Fingerpüppchen, z. B. selbst gemacht aus Märchenwolle)
  • evtl. große Holzblöcke, Bausteine, Tücher
  • evtl. Decken
  • evtl. Kärtchen mit Abbildungen der Hoftiere und eine Triangel

So wird’s gemacht:

Dunkeln Sie einen Raum leicht ab und führen Sie in einfachen, frei gesprochenen Sätzen in die Handlung der Geschichte ein. Untermalen Sie diese mit gezupften Klängen, z. B. auf der Sansula Kalimba oder auf der Gitarre. Achten Sie darauf, eine angenehme Atmosphäre zu erzeugen. Beobachten Sie die Reaktionen der Kinder gut und reagieren Sie eventuell entsprechend mit Ihrer Stimme und dem frei gesprochenen Erzähltext.
Rufen Sie gemeinsam mit den Kindern den Wichtel in rhythmisch gesprochenen Silben herbei, z. B. mit „Tomte, Tomte Tummetott“. Dabei können sich die Kinder bei „Tomte“ auf die Schenkel, bei „Tumme“ in die Hände und bei „tott“ wieder auf die Schenkel klopfen. Sprechen Sie diesen Rufvers mit der Gruppe von leise nach laut oder von langsam nach schnell. Lassen Sie die Wichtelfigur hinter Ihrem Rücken erscheinen. Meist ist sie schnell Sympathieträger und die Kinder nehmen in der Regel gleich Kontakt zu ihr auf. Lassen Sie die Figur in einen Dialog mit den Kindern treten und sie erzählen, weshalb sie so klein ist, wo und mit wem sie lebt und dass sie mit Mensch und Tier auf den Frühling wartet. Natürlich sollte die Figur auch auf individuelle Fragen und Äußerungen der Kinder eingehen, die nicht vorhersagbar sind. Am Ende des Gesprächs laden Sie die Kinder ein, den Wichtel zu seinem Hof zu begleiten.
Im Anschluss daran haben Sie mehrere Möglichkeiten, einzelne Elemente der Geschichte (oder Ihrer Fantasie) mit den Kindern zu thematisieren. Achten Sie dabei unbedingt auf die Ideen der Kinder und greifen Sie diese, wenn möglich, im Spiel auf.

  • Tomtes Hof ist durch den Wind kaputt gegangen: Fordern Sie die Kinder mit dieser Aussage auf, aus verschiedenen Materialien wie Holzblöcken, (Bau-) Steinen und Tüchern eine kleine Hoflandschaft aufzubauen.
  • Nehmen Sie mit den Kindern die Gangart von Tomte ein: Schleichen Sie dabei langsam und leise durch den Raum. Daran anschließend kann ein Kind als Wichtel umhergehen, dabei lauschen die anderen – mit geschlossenen Augen auf dem Boden liegend – ob sie die leisen Schritte hören können.
  • Erproben Sie mit den Kindern, was es heißt, „sich klein zu machen.
  • Probieren Sie mit den älteren Kindern aus, sich gegenseitig etwas ins Ohr zu flüstern.
  • Bisher wurde Tomte nie von einem Menschen gesehen. Verstecken Sie die Figur und lassen Sie die Kinder suchen. Oder lassen Sie die Kinder sich unter Tüchern, Decken etc. verstecken und die Erfahrung des Nichtsehenkönnens und Wiederentdeckens machen.
  • Die Kinder erhalten Kärtchen mit den Abbildungen der Hoftiere. Im Kreis ahmt jedes Kind sein Tier mit den typischen Lauten nach. Manche Kärtchen sind doppelt belegt. So können Sie ein Tierstimmenkonzert aufführen, das sich in der Lautstärke und im Tempo variieren lässt. Daran anschließend können sich die Kinder in mehreren Ecken im Raum einen Rückzugsort für ihr jeweiliges Tier einrichten. Auf ein Signal hin (z. B. ein Triangelschlag) kommt es zu verschiedenen Begegnungen zwischen den Tieren. So können sie beispielsweise Lautdialoge führen oder im Rollenspiel in kleine Handlungsabfolgen und Szenen treten. Die Kinder schlüpfen dabei schnell in die Rolle des Tieres.
  • Passend zur winterlichen Landschaft der Geschichte können Sie mit den Kindern Watte als Symbol für den Schnee näher kennenlernen. Lassen Sie dazu Wattebällchen aus einem großen Tuch zum Lied von „Schneefl öckchen, Weißröckchen, wann kommst du geschneit“ fallen und sich auf die Kinder verteilen. Vielleicht ahmen sie Zittern nach, beginnen, mehrere Wattebällchen zu „Schneebällen“ zu formen, diese in die Luft zu pusten und sie mit verschiedenen Körperstellen wieder aufzufangen. „Schneebälle“ können durch die Luft fliegen und gemeinsam können Sie Gebilde aus den Bällchen formen. Manchmal bleiben die Bällchen auch an den Füßen oder Hausschuhen hängen. Das regt zum Stampfen an. Schnell entwickelt sich so ein ausgiebiges Fantasiespiel und die Kinder freuen sich besonders, wenn die begleitenden Erwachsenen begeistert auf ihre Ideen einsteigen.


Viel Raum für Wiederholungen trägt dazu bei, dass sich die Kinder mehr und mehr mit der Symbolik auseinandersetzen und unterschiedliche Ideen entwickeln.

Das Spiel anleiten

Besonders wichtig ist: Nehmen Sie selbst am Geschehen Teil und begleiten Sie die Kindergruppe aktiv. Reagieren Sie aufmerksam auf die Kinder durch Ihr eigenes intensives Mitspielen. Nach Möglichkeit sollten zwei Fachkräfte die Gruppe begleiten, denn dann ist eine unterschiedliche Aufgabenverteilung möglich. Während der eine z. B. kurze Beobachtungen notiert und evtl. Fotos macht, kann der andere Mitspieler sein und das Spiel begleiten. Dieses Spiel ist immer ein gemeinsames Erleben und ein zu gestaltender pädagogischer Prozess. Vom Erwachsenen ist daher die Fähigkeit gefordert, einzelne Impulse der Kinder auszuwählen, aufzugreifen und der Gesamtgruppe zur Verfügung zu stellen. Dabei muss er abwägen zwischen direktiver Lenkung und Gewährenlassen. Wichtig ist, dass der Spielprozess im Vordergrund steht und nicht das Ziel einer möglichen Aufführung. Überlegen Sie, welche Ideen Sie in Ihrer Gruppe für sinnvoll halten und machen Sie den gesamten Verlauf von den Impulsen und den Interessen der Kinder abhängig. Es ist auch völlig ausreichend, es bei einzelnen Spielelementen zu belassen.

Weitere Möglichkeiten zur Auseinandersetzung mit Tomte Tummetott:

1. Erzählen Sie den Kindern die gesamte Geschichte von Tomte frei und in einfachen Sätzen und spielen Sie den Kindern dazu ein Tischspiel vor. Verwenden Sie kleine Tierfiguren und bereits bekannte Materialien für den Hof und die Winterlandschaft.

2. Wer möchte, kann einzelne darstellende Handlungen von den erprobten Handlungen in der Kreismitte vorführen. Die Kinder können dabei auswählen, was sie am liebsten zeigen möchten. Zum Abschluss bietet es sich an, die Geschichte im Kreis aufzuführen. Das sollte jedoch nicht das Ziel, sondern eine Option sein. Nur die Kinder sollten dabei mitmachen, die das möchten. Der Erwachsene erzählt in ganz einfachen, wiederkehrenden Worten die Geschichte. Ihrem Einsatz nach entfalten die Kinder das Spiel durch ihre Rolle. Am Ende entsteht die gesamte Szene.

Literatur:
Weidemann, G. (Hrsg.): Jetzt machen wir Theater! Die Kleinsten erleben, was in ihnen steckt.Troisdorf: Bildungsverlag EINS 2010.


Quelle: „Kleinstkinder in Kita und Tagespflege“, Ausgabe 6/2011, S. 19-21

Tomte Tummetott
von Astrid Lindgren und Harald Wiberg
Oetinger ISBN 978-3-789-16130-8
Preis 12,90 €; ca. 20,50 SFr

In sternklaren, bitterkalten Winternächten schleicht ein uralter Wichtel mit Rauschebart und roter Zipfelmütze um einen einsamen Bauernhof und raunt Menschen und Tieren die Verheißung auf den Frühling zu. Niemand hat Tomte Tummetott jemals gesehen, doch morgens sind winzige Fußstapfen im Schnee zu erkennen. Ein Bilderbuchklassiker der preisgekrönten Autorin mit bezaubernden Illustrationen von Harald Wiberg.

 

BUCH über das Theaterprojekt SPIELWIESE

Das Buch "Jetzt machen wir Theater" zum Theaterprojekt "SPIELWIESE - Theater mit den Allerkleinsten":

Mehr Informationen

FILM zum Theaterprojekt SPIELWIESE

In dem Projekt „Spielwiese-Theater mit den Allerkleinsten“ der concept maternel gGmbH und dem Theater Freiburg wurde Bildung von Anfang an geschaffen. Über 2 Jahre erlebten 2-3-Jährige Theater hautnah. Film zum Projekt SPIELWIESE

FILM zum Projekt NATURSCHAUSPIELE

In dem Projekt „Naturschauspiele - Wissenschaft macht Theater“ der concept maternel gGmbH haben Kindergartenkinder naturwissenschaftliche Fragen ins Theaterspiel überführt und im Theater Freiburg aufgeführt.
Film zum Projekt NATURSCHAUSPIELE

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