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BZ: Situation hat sich etwas entspannt Drucken E-Mail
Presseberichte über unsere Arbeit

Foto: Ingo Schneider BZQuelle: Badische Zeitung, 21.02.2012
Artikel: Silvia Faller, Foto: Ingo Schneider


In St. Georgen gibt es nun in einer Einrichtung eine Kindergartengruppe mehr – doch der Bedarf ist noch längst nicht gedeckt.

ST. GEORGEN. Im Stadtteil St. Georgen, in dem es generell an Kindergartenplätze für Drei-bis Sechsjährige fehlt (die BZ berichtete), hat sich die Situation etwas entspannt: Die gemeinnützige GmbH Concept Maternel hat in ihrer Einrichtung an der Oberen Hardtstraße zum 1. Februar eine dritte Gruppe mit 20 Plätzen eröffnet. Insgesamt bieten acht Träger nun 429 Plätze für diese Altersgruppe an – immer noch nicht genug. Deshalb prüft die Stadt, ob Container oder Behelfsbauten an bestehenden Einrichtungen weitere Entlastung bringen können.
Nachfrage erreicht die Concept Maternel gGmbH aus der ganzen Stadt. In Absprache mit dem Amt für Jugend und Familie bleiben die neuen Plätze vorerst jedoch Familien aus St. Georgen vorbehalten. Geboten ist für diese Gruppe die Öffnungszeit von 7 bis 14 Uhr; einige Plätze sind noch frei. Schon im November hatte Concept Maternel signalisiert, dass sich in dem Gebäude, das erst im Sommer mit jeweils 40 Plätzen für Kleinkinder und für Kinder zwischen drei und sechs bezogen wurde, eine weitere Gruppe einrichten ließe. Auch draußen hat sich einiges getan. Begleitet von der pädagogischen Ideenwerkstatt "Bagage" wird ein vielfältiger Spielplatz angelegt. Abgesehen davon, dass Concept Maternel Lücken füllt, haben sich durch die neue Einrichtung die Wahlmöglichkeiten für Familien erhöht. Geöffnet ist sie von 7 bis 18 Uhr, Besonderheiten sind die Vermittlung der englischen Sprache sowie technische und naturwissenschaftliche Kenntnisse, auch gibt es keine Ferienschließzeiten. Das kostet natürlich: Für einen Platz mit Betreuung bis 14 Uhr sind 180 Euro im Monat zu zahlen, für einen Ganztagesplatz 360 Euro. Das Konzept für die Drei- bis Sechsjährigen folgt den Grundsätzen des so genannten offenen Kindergartens, wonach die Kinder sich in thematisch gegliederten Räumen entfalten, etwa im "Bauzimmer" oder beim Malen und Basteln im "Atelier".

Im Neubaugebiet "Innere Elben" wird nach einem Kita-Standort gesucht

Die neuen Plätze reichen jedoch immer noch bei weitem nicht aus, um den Bedarf in St. Georgen zu decken. Kurzfristig sollen daher Container oder Behelfsbauten bei bestehenden Einrichtungen Abhilfe schaffen. "Das städtische Gebäudemanagement prüft derzeit die Möglichkeiten", informiert Beate Schauer vom Amt für Jugend und Familie. Weiter werde geprüft, ob es möglich und wirtschaftlich ist, im Obergeschoss der alten Uffhauser Schule an der Straße Am Mettweg, die der Stadt gehört, derzeit als Wohnung genutzte Räume umzubauen. Im Erdgeschoss dieses Gebäudes führt die Freiburger Kinderhausinitiative bereits eine Gruppe. Und schließlich verweist die Verwaltung auf frei werdende Plätze im Stadtteil Rieselfeld. "Denn dort sinkt die Zahl der Drei- bis Sechsjährigen", sagt Schauer, "und wir warten mit der eigentlich geplanten Umstellung auf Krippenplätzen nun, bis sich in St. Georgen die Lage entspannt hat."

Die Kirchen sind von der Stadt noch gar nicht gefragt worden

Auf Dauer lasse sich dieses Ziel aber nur durch einen weiteren Kindergarten erreichen. Im Januar waren etwa 90 Kinder noch für das laufende Kindergartenjahr auf den Wartelisten der bestehenden Einrichtungen registriert (ohne Doppelanmeldungen). Deshalb prüft die Stadt ein Gelände im Neubaugebiet "Innere Elben" als möglichen Standort, macht dazu aber auch auf Nachfrage keine genaueren Angaben. Abgesehen davon will die Verwaltung die örtlichen Pfarrgemeinden, die ohnehin mit Neu- oder Erweiterungsbauten beschäftigt sind, motivieren, größer zu planen. Der evangelische Stadtkirchenbezirk etwa wird den Oberlinkindergarten bei der Lukaskirche am Mettweg mit derzeit drei Gruppen erneuern.

Darauf angesprochen, reagiert Pfarrer Martin Grüsser verwundert: "Davon habe ich noch nichts gehört. Mangels Platz könnten wir auch gar nicht entsprechend erweitern." Auch der katholische Pfarrer Franz Wehrle – die Einrichtungen der Gemeinden St. Peter und Paul sowie St. Georg stellen 212 Plätze für Drei- bis Sechsjährige – ist erstaunt: "Das müssten wir längst wissen, um die Planung umzustellen und um rechtzeitig Personal zu finden." Tatsächlich stockt die Georgsgemeinde nach den jetzigen Plänen ihren Kindergarten Maria Goretti auf, um ab September in zwei neuen Gruppen Kleinkinder unterzubringen, und es steht der Baubeginn für den im Vorjahr abgebrannten viergruppigen Kindergarten St. Peter und Paul samt einer zusätzlichen Kleinkindgruppe an der Bozener Straße bevor. Denn auch dieser Bedarf für die Betreuung der Jüngsten wächst in St. Georgen. Derzeit gibt es 94 Plätze für Kinder unter drei, was einer statistischen Versorgungsquote von 30 Prozent entspricht. "Nach unserer Einschätzung hat die Verwaltung zu spät realisiert, dass es auch an den Plätzen für die älteren Kinder fehlt und dass die Statistik nicht stimmen kann", sagt Pfarrer Wehrle. Noch im Juni 2011 hatte der städtische Bedarfsplan eine Versorgungsquote von 108 Prozent in St. Georgen ausgewiesen – also rein rechnerisch sogar eine leichte Überversorgung.

 

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79104 Freiburg
Tel. 0761 766 87 500
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